Absturzsicherung Schächte: Sicher arbeiten in der Tiefe

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Die Absturzsicherung Schächte ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben im Arbeitsschutz: Enge Zugänge, schlechte Sicht, schwer kalkulierbare Atmosphären und große Tiefen machen das Befahren von Schächten zu einer Tätigkeit mit hohem Gefährdungspotenzial. Wer in Kanal-, Versorgungs- oder Industrieschächte einsteigt, braucht ein durchdachtes System aus Anschlagpunkten, persönlicher Schutzausrüstung und klaren Abläufen. HighStep Systems entwickelt seit 2007 Steigschutz- und Absturzsicherungslösungen, die genau für solche vertikalen Zugänge ausgelegt sind.

Warum Schächte ein besonderes Risiko darstellen

Schächte vereinen gleich mehrere Gefährdungen an einem Ort. Neben dem reinen Absturzrisiko aus teils erheblicher Höhe kommen beengte Platzverhältnisse, mögliche Sauerstoffmangel- oder Gasansammlungen sowie die erschwerte Rettung verunglückter Personen hinzu. Anders als an einer offenen Fassade lässt sich eine im Schacht verunfallte Person nicht ohne Weiteres erreichen. Genau deshalb verlangt der Gesetzgeber für das Arbeiten in Schächten ein abgestuftes Schutzkonzept, das Absturz von vornherein verhindert und im Notfall eine schnelle Bergung erlaubt.

Typische Einsatzorte sind Kanalschächte der Abwasserwirtschaft, Schächte in Kraftwerken und Industrieanlagen, Trinkwasserbehälter sowie Versorgungsschächte für Strom- und Telekommunikationsleitungen. In all diesen Bereichen gilt: Die Absturzsicherung muss zur baulichen Situation passen und darf den Einstieg nicht zusätzlich erschweren.

Die Rangfolge der Schutzmaßnahmen

Im Arbeitsschutz gilt das sogenannte TOP-Prinzip – technische vor organisatorischen vor personenbezogenen Maßnahmen. Übertragen auf die Absturzsicherung in Schächten bedeutet das eine klare Reihenfolge:

  • Kollektiver Schutz zuerst: Feste Abdeckungen, Geländer oder Schachtsicherungen, die einen Absturz baulich unmöglich machen.
  • Steigschutzsysteme: Fest installierte Schienen oder Steigleitern mit mitlaufendem Auffanggerät für den sicheren vertikalen Auf- und Abstieg.
  • Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA): Auffanggurt, Verbindungsmittel und Anschlagpunkt, wenn ein Restrisiko bleibt.
  • Rettungskonzept: Vorgehaltene Ausrüstung und geübte Abläufe, um Personen aus der Tiefe zu bergen.

Erst wenn kollektive Maßnahmen technisch nicht möglich sind, kommt die persönliche Schutzausrüstung zum Einsatz – dann aber konsequent und mit normgerechten Anschlagpunkten.

Anschlagpunkte als Herzstück der Schachtsicherung

Ein verlässlicher Anschlagpunkt entscheidet darüber, ob ein Auffangsystem im Ernstfall hält. Über dem Schacht montierte Anschlageinrichtungen nach EN 795 ermöglichen das gesicherte Einfahren und dienen zugleich als Rückhalte- und Rettungspunkt. Der mobile Anschlagpunkt HighStep Anchorpoint lässt sich dort einsetzen, wo keine dauerhafte Installation möglich ist – ideal für wechselnde Einsatzorte in der Wartung. Wichtig ist, dass der Anschlagpunkt oberhalb des Einstiegs liegt, damit das Verbindungsmittel den Sturz vor dem Aufprall begrenzt.

Steigschutz für den vertikalen Zugang

Viele Schächte werden über fest installierte Steigeisen oder Leitern befahren – häufig korrodiert, glatt oder nicht mehr normgerecht. Hier bietet die HighStep Schiene aus Aluminium einen entscheidenden Vorteil: Das mitlaufende Auffanggerät verbindet den Nutzer dauerhaft mit der Schiene und fängt einen Sturz sofort auf. Der Auf- und Abstieg bleibt frei für Hände und Füße, was gerade in engen Schächten Sicherheit und Beweglichkeit erhöht. So wird aus einem riskanten Einstieg ein kontrollierter, jederzeit gesicherter Vorgang.

Organisation, Unterweisung und Rettung

Technik allein genügt nicht. Sicheres Arbeiten in Schächten verlangt eine Gefährdungsbeurteilung für jeden Einsatz, eine Freigabe vor dem Einstieg sowie eine ständige Sicherungsperson über Tage. Beschäftigte müssen in die Nutzung der Ausrüstung eingewiesen und regelmäßig unterwiesen werden. Ebenso wichtig ist ein geübtes Rettungskonzept: Im Notfall zählt jede Minute, und improvisierte Bergungen scheitern in der Praxis häufig. Ausrüstung zur Höhen- und Tiefenrettung sollte deshalb vor Ort und einsatzbereit sein.

Worauf Betreiber bei der Auswahl achten sollten

  • Normkonformität der Anschlageinrichtungen (EN 795) und Steigschutzsysteme.
  • Regelmäßige Prüfung und Dokumentation der gesamten Ausrüstung.
  • Kompatibilität von Gurt, Verbindungsmittel, Auffanggerät und Anschlagpunkt.
  • Eignung für die konkrete Schachtgeometrie und die vorhandene Bausubstanz.
  • Praxistauglichkeit: Eine gute Lösung wird auch tatsächlich genutzt.

Eine durchdachte Absturzsicherung für Schächte schützt nicht nur Leben, sondern reduziert auch Haftungsrisiken und Ausfallzeiten. Wer hier auf zertifizierte, aufeinander abgestimmte Komponenten setzt, schafft die Grundlage für sicheres und effizientes Arbeiten in der Tiefe.

Prüfung, Wartung und Dokumentation

Absturzsicherungen sind nur so verlässlich wie ihr Wartungszustand. Anschlageinrichtungen, Steigschutzsysteme und persönliche Schutzausrüstung müssen vor jeder Benutzung sichtgeprüft und zusätzlich in regelmäßigen Abständen – mindestens jährlich – durch eine sachkundige Person geprüft werden. In feuchten, korrosiven Schachtatmosphären verschleißen Bauteile schneller, weshalb die Prüfintervalle an die tatsächlichen Bedingungen anzupassen sind. Eine lückenlose Dokumentation aller Prüfungen schützt Beschäftigte und schafft im Schadensfall Rechtssicherheit für den Betreiber. Festgestellte Mängel führen zur sofortigen Aussonderung des betroffenen Bauteils.

Häufige Fehler beim Arbeiten in Schächten

In der Praxis lassen sich viele Unfälle auf wenige, immer wiederkehrende Fehler zurückführen. Wer diese kennt, kann sie gezielt vermeiden:

  • Fehlende Freigabe: Einstieg ohne Gefährdungsbeurteilung und Atmosphärenmessung.
  • Unpassender Anschlagpunkt: Anschlag unterhalb des Einstiegs oder an ungeeigneter Bausubstanz.
  • Inkompatible Komponenten: Gurt, Verbindungsmittel und Auffanggerät stammen aus unterschiedlichen Systemen und sind nicht aufeinander abgestimmt.
  • Kein Rettungsplan: Es fehlt vorgehaltene Rettungsausrüstung, sodass im Notfall improvisiert werden muss.
  • Alleinarbeit: Keine ständige Sicherungsperson über Tage.

Ein durchdachtes System aus geprüfter Technik, klaren Abläufen und geschultem Personal schließt diese Lücken und macht das Arbeiten in der Tiefe planbar sicher.

Relevante Normen und Regelwerke

Wer Absturzsicherungen in Schächten plant, sollte die einschlägigen Normen und Regelwerke kennen. Anschlageinrichtungen werden nach EN 795 geprüft, Auffanggurte nach EN 361 und mitlaufende Auffanggeräte nach EN 353. Hinzu kommen die Vorgaben der Betriebssicherheitsverordnung sowie branchenspezifische Regeln zum Arbeiten in engen Räumen und behälterartigen Strukturen. Diese Regelwerke definieren Anforderungen an Material, Prüfung und Einsatz und bilden die Grundlage jeder Gefährdungsbeurteilung. Eine fachkundige Planung stellt sicher, dass die gewählten Komponenten zueinander passen und die rechtlichen Anforderungen erfüllen – die Basis für ein belastbares Sicherheitskonzept.

Sicherheit beginnt vor dem ersten Schritt nach unten

Die Absturzsicherung in Schächten ist kein einzelnes Produkt, sondern ein System aus baulichem Schutz, Steigschutz, persönlicher Schutzausrüstung und einem belastbaren Rettungsplan. HighStep Systems unterstützt Betreiber und Fachfirmen dabei, dieses System passgenau zusammenzustellen – TÜV-zertifiziert, nach ISO 9001 gefertigt und erprobt im Einsatz an anspruchsvoller, vertikaler Infrastruktur. Sie planen Arbeiten in Schächten oder möchten Ihr Schutzkonzept überprüfen lassen? Nehmen Sie Kontakt mit unseren Sicherheitsexperten auf und lassen Sie sich zu der für Ihren Schacht passenden Lösung beraten.

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Schutzausrüstung Absturzsicherung

Gregor Wylenzek

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